Wissenswertes über Fibromyalgie (Selbsthilfegruppe 89257 Illertissen)

updated at 12.08.2004

Schmerzen überall

Was ist Fibromyalgie?

Fibromyalgie(Faser-Muskel-Schmerz) ist eine chronische Muskelerkrankung, die durch weitverbreitete chronische, nicht-entzündliche Schmerzen im Bewegungsapparat, Müdigkeit und multiple Tender-Points charakterisiert ist und nicht psychisch bedingt ist. Der Begriff "Tender Points" (Schmerzdruckpunkte) bezieht sich auf die erhöhte Schmerzempfindlichkeit in präzise lokalisierten Arealen, die sich im Nacken, Rücken, Schultern und Hüften finden. Menschen, die an dieser Erkrankung leiden, berichten auch oft über Schlafstörungen, Morgensteifigkeit, Symptome eines Colon Irritabile, Angst und anderen -bis zu 144!- Symptomen (ohne Entzündungswerte und ohne Rheuma-Faktor).

Wie viele Menschen leiden an Fibromyalgie?

Laut einer der US-Regierung vorliegenden Studie haben 2% der Bevölkerung eine gesicherte Diagnose Fibromyalgie. Auf Deutschland bezogen sind dies mindestens 1,6 Millionen Betroffene (andere schätzen 3-5% in der Bevölkerung). In erster Linie findet man darunter Frauen im gebärfähigen Alter, aber auch Kinder(ab dem 6. Lebensjahr) und Senioren (auch über das 65. Lebensjahr hinaus!). Das Verhältnis Frauen zu Männern ist 9:1

Was verursacht Fibromyalgie?

Obwohl die Ursache der Fibromyalgie unbekannt ist, haben Forscher einige Theorien hinsichtlich ihrer Ursache und Entstehung entwickelt. Einige Wissenschaftler glauben, daß das Syndrom durch eine Verletzung bzw. ein Trauma, bzw. durch Operationen ausgelöst wird. Dieses Trauma wirkt sich eventuell auf das Zentrale Nervensystem aus. Fibromyalgie ist mit großer Wahrscheinlichkeit assoziert mit Veränderungen im Muskelstoffwechsel, z.B. im Sinne einer Mangeldurchblutung und mangelnden Sauerstoffversorgung, welche Müdigkeit und Schwäche verursacht. Andere Forscher glauben, das Syndrom würde durch eine Infekttion verursacht (vergleichbar dem Chronischen Erschöpfungs-Syndrom (CFS), wie z.B. durch ein Virus bei empfindlichen Menschen. Aber ein solches Agens konnte bisher nicht identifiziert werden.

Wie wird Fibromyalgie diagnostiziert?                       

Fibromyalgie läßt sich nur schwer diagnostizieren, da ein Großteil der Symptome andere Erkrankungen imitieren. Der untersuchende Arzt bezieht sich dabei auf die Anamnese u. stellt seine Diagnose, basierend auf der Geschichte von chronischen, weitverbreiteten Schnerzen, die länger als drei Mnonate anhlaten. Das American College of Rheumatologie (ACR) hat 1990 Diagnosekriterien für die Fibromyalgie entwickelt, an denen sich die Ärzte orientieren können. Nach Angaben des ACR hat eine Person dann Fibromyalgie, wenn sie weit verbreitete Schmerzen in Kombination mit mindestens 11 der 18 Tender-Points aufweist.

Wie wird Fibromyalgie behandelt?

Die Behandlung der Fibromyalgie erfordert ein umfassendes Behandlungskonzept. Der Arzt - er sollte ausgewiesener Fibromyalgie-Spezialist sein-, der Physiotherapeut und der Patient spielen jeder eine aktive Rolle in der Fibromyalgiebewältigung. Studien haben gezeigt, daß Aerobic, Schwimmen und Spaziergänge (kein Jogging) die Fitneß verbessern und dadurch Muskelschmerz und Steifigkeit lindern. Wärme bzw. Kälte und leichte Massage haben ebenso einen Kurzzeiteffekt. Antidepressiva erweisen sich evtl. als stimmungsaufhellend, schlafverbessernd und muskelrelaxierend. Fibromyalgiepatienten können von einer Kombination aus Bewegungstherapie, Medikamente, individueller physikalischer Therapie und Entspannungsverfahren (z.B. nach Jacobsen) profitieren. medikamentöse Therapien beschränken sich in Deutschland z.Zt. auf die Gabe von Amitriptilin( bei ca. 35% der Betroffenen hilfreich), ggf. L-Tryptophan, das Präparat Fufrxal, Zoloft, Fluctin, Mydocalm oder neuerdings Tropiseron-2mg-als Injektion. 50% der Patienten sprechen positiv auf eine in den USA unbekannten Ganzkörper-Kältetherapie (bei minus 110 Grad) an, weitere 50% auf eine Ganzkörper Wärmetherapie z.B. auf der Sandbank oder neuerdings in der Infrarot-Wärmekabine (evtl. auch als Kombinations-Therapie). Feuchte Kälte-oder Wärmeanwendung hat sich als negativ erwiesen. Cortison und sonstige Rheumamittel haben sich als nicht sehr hilfreich erwiesen. Muskelentspannende Präparate helfen nur solange, eine Verspannung festzustellen ist.

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