Offenbächer, Weigl, Rihl, Glatzeder, Schattenkirchner, Ackenheil,
Klinik für Physikalische Medizin & rehabilitation, Abteilung für Rheumatologie, Klinik für Psychiatrie der Universität München
Hintergrund:
Die Häufigkeit von Schlafstörungen steigt mit dem Alter und bei Vorlicgen einer chronischen Erkrankung an.
Bevölkerungsepidemiologische Studien generalisierten Schmerzen einhergehenden und häufigen Erkrankung,
sind Schlafstörung und Müdigkeit ein zentrales Symptom. Über Schlafstörungen bzw. Schlafgewohnheiten
von Fibromyalgiepatienten (FM) ist bisher nur wenig bekannt.
Ziel der Studie war es, mit einem standarisierten Fragebogen die Schlafgewohnheiten und das Ausmaß der
Müdigkeit am Tage von Fibromyalgiepatienten mit denen von Patienten mit einer
Cox-oder Gonarthrose (OA) zu vergleichen.
Methode:
Wir haben eine modifizierte Version des St. Mary`s Hospital Sleep Questionnaire (MHSQ)
an 100 FM- sowie 50 OA Patienten verteilt. Die Diagnose der FM und der OA wurde nach den Kriterien des American College of Rheumatology gestellt.
Der MHSQ fragt die Erholsamkeit des Schlafes (EHS) und die Schlaftiefe (ST)
auf einer VAS in mm ab; Schlaf- (SD) und Einschlafdauer (ESD) werden in Minuten angegeben;
die Aufwachhäufigkeit (AH) wird abgefragt und die Einschlafschwierigkeiten (ES) als garnicht-; kaum-; mäßig-; sehr schwierig graduirt.
Ebenso stellten wir 4 Fragen zur Müdigkeit (nie, selten, häufig, ständig) im Tagesvelauf:
"Haben Sie Probleme mit Müdigkeit" (PM); "Müssen Sie sich vermehrt ausruhen" (VA); "Fühlen Sie sich schläfrig od. träge" (ST);
"Beginnen Sie Arbeiten ohne Probleme, werden dann aber zunehmend müder" (ZM).
Resultate:
Das Alter der FM Patienten lag zwischen 28 und 77 (MW 53,7), das der OA Patienten zwischen 30 und 85 Jahren (MW 65).
Die Mittelwerte der Angaben zu den Schlaffragen waren bei den FM- und den OA Patienten für die EHS 55/29, ST 27/43,
SD 360/410, ESD 47/24, AH 3,06/2,44. Es waren bei den FM Patienten in 13/23/28/32% und bei den OA Patienten
in 38/14/26/12% vorhanden.
Der statistische Vergleich der Gruppen war für jede Schlafvariable auf dem Niveau von p<0,05 signifikant.
Die Müdigkeitsvariablen waren bei den FM Patienten wie folgt verteilt: PM 8/8/50/29%, VA 5/15/59/16%, ST 8/13/58/13%, ZM 5/19/45/28%; bei den
OA Patienten: PM 10/34/38/6%, VA 10/26/44/6%, ST 14/34/24/12%, ZM 8/28/44/8%.
Schlussfolgerung:
Die Fibromyalgiepatienten weisen deutliche Schlafprobleme auf und unterscheiden sich in allen Schlafvariablen signifikant von den OA Patienten.
Auch haben die FM Patienten häufig Probleme mit Müdigkeit im Verlauf des Tages.
Weiterhin ungeklärt bleibt, ob die Schlafstörungen der FM Patienten Folge oder Ursache der Schmerzsymptomatik sind.
Ebenso ist ein gemeinsamer Pathomechanismus zu diskutieren.